Drucken

Temperaturangaben für Schlafsäcke

Temperaturangaben für Schlafsäcke

 

Die Temperaturangaben für Schlafsäcke werden nach einer europäischen Testnorm bestimmt.

Weil das Temperaturempfinden von Frauen und Männern unterschiedlich ist, werden zwei verschiedene Temperaturwerte angegeben. Zusätzlich wird ein Extremwert bestimmt:
 

TCom Komfortbereich: Temperaturwert für die "Norm-Frau" (25 Jahre, 60 kg, 1,60 m)
TLim Komfortlimit: Temperaturwert für den "Norm-Mann" (25 Jahre, 70 kg, 1,73 m)
TExt Extrembereich: Untere Grenze des Überlebensbereichs

 

Expeditionsschlafsäcke werden nicht nach der europäischen Schlafsacknorm getestet, sie liegen außerhalb des Temperaturbereichs dieser Testnorm. Ungefähre Werte für die Komforttemperatur kann man hier nur aus den Testwerten der weniger warmen Modell-Varianten ableiten.

Bei normaler Kälteempfindlichkeit empfiehlt sich eine Orientierung am Komfortbereich. Mit  Komfort-"Bereich" ist gemeint, dass in einem Bereich von ein paar Grad +/- des Tcom-Werts man normalerweise im Schlafsack nicht friert.

Temperaturempfinden und Wärmehaushalt des Körpers sind individuell sehr unterschiedlich und unterliegen vielen Einflüssen. Durch das eigene Verhalten kann man eine Menge dafür tun, dass man es im offiziell warmen Schlafsack auch tatsächlich warm hat.
 

Tipps für warme Nächte im Schlafsack
 

Ein Schlafsack mit ausreichendem Komfortbereich ist Grundvoraussetzung für warme Nächte im Schlafsack. Warm wird es in einem Schlafsack aber nur dann wenn der Körper genügend Wärme abgibt, um die Luft im Schlafsack zu erwärmen. Wenn man erschöpft ist und durchgefroren kann es passieren, dass der Körper das nicht schafft und man dann die ganze Nacht friert – trotz Schlafsack mit hoher Isolationswirkung. Auch die äußeren Bedingungen wie z.B. Bodenkälte müssen berücksichtigt werden. Nachfolgend einige Tipps für warme Nächte im Schlafsack:
 

  • Schlafsack möglichst wenig komprimieren und frühzeitig auspacken

Im Packbeutel wird die die Schlafsackfüllung komprimiert und muss sich nach dem Auspacken erst wieder entfalten um ihre Isolationswirkung zu erreichen. Man sollte den Schlafsack deshalb möglichst wenig komprimieren und frühzeitig auspacken.
 

  • Isomatte gegen Bodenkälte

Zum Boden hin wird die Schlafsackfüllung durch das Körpergewicht komprimiert und kann dadurch in diesem Bereich nur eingeschränkt ihre Isolationswirkung entfalten. Eine ausreichend gegen Bodenkälte isolierende Isomatte ist deshalb unabdingbar. Ohne warme Isomatte wird es auf einem kalten Boden auch im wärmsten Schlafsack nicht warm.
 

  • Warme Funktionsunterwäsche

Warme Funktionsunterwäsche und flauschige Strümpfe sind ideal für Übernachtungen im Schlafsack. Und da der Körper etwa 20% der Wärme über den Kopf verliert, kann eine Mütze oder Sturmhaube viel bewirken. Mit zusätzlicher Kleidung erreicht man manchmal das Gegenteil des Gewünschten - eine Decke oder Jacke über den Schlafsack zu legen ist die bessere Alternative.
 

  • Trinkflasche als Wärmflasche

Eine mit heißem Wasser gefüllte Trinkflasche ergibt eine wunderbare Wärmflasche für die Füße.
 

  • Den Wärmehaushalt ankurbeln

Ein Schlafsack selbst wärmt nicht - er sorgt nur dafür, dass die vom Körper abgegebene Wärme gespeichert wird. Damit der Körper nachts genügend Wärme produzieren kann, muss man ihn ein bisschen unterstützen:

Genug essen
Um Wärme zu produzieren benötigt der Körper Energie. Vor dem Schlafengehen sollte man deshalb genügend essen und bei der Auswahl der Nahrungsmittel darauf achten, dass die Sättigung lange vorhält.

Ausreichend trinken
Ein dehydrierter Körper kann nicht gut Wärme produzieren. Schon tagsüber sollte deshalb viel getrunken werden, abends möglichst etwas Heißes.

Alkohol meiden
Alkohol wärmt anfangs, lässt den Körper später aber schneller auskühlen.

Warm in den Schlafsack
Wenn man frierend schlafen geht kann es lange dauern, bis es im Schlafsack warm wird. Vor dem Schlafengehen sollte man sich deshalb irgendwie aufwärmen – durch Bewegung, eine warme Mahlzeit, Lagefeuer, ...